Besenreiser: Symptome & dauerhafte Behandlung
Sie sehen aus wie feine rote oder bläuliche Äderchen, die sich kurz unter der Hautoberfläche verteilen. Manche beschreiben sie als Spinnennetz, andere als Äste eines kleinen Baums. Besenreiser sind harmlos, aber sie stören. Und wer einmal welche hat, weiß, dass sie ohne Behandlung nicht von alleine verschwinden.
Was viele nicht wissen: Besenreiser sind keine rein kosmetische Angelegenheit. Sie können auf eine schwächelnde Venenfunktion hinweisen und sind manchmal der erste sichtbare Hinweis auf ein tiefer liegendes Problem. Deshalb lohnt es sich, sie nicht einfach zu übertünchen, sondern zu verstehen und richtig zu behandeln.
Was Besenreiser sind
Besenreiser, medizinisch Teleangiektasien genannt, sind erweiterte, dauerhafte Erweiterungen kleiner Blutgefäße in der Haut. Sie entstehen, wenn die Venenwand ihre Spannkraft verliert und das Blut in den feinen Kapillaren nicht mehr optimal fließt. Die Gefäße weiten sich aus, werden sichtbar und bleiben in diesem Zustand.
Sie sind in den allermeisten Fällen gutartig und verursachen keine körperlichen Beschwerden. Gelegentlich berichten Betroffene von leichtem Juckreiz, einem Brennen oder einem Schweregefühl in den betroffenen Bereichen, insbesondere nach langem Stehen oder Sitzen. In solchen Fällen sollte ein Facharzt beurteilen, ob auch tiefer liegende Venen betroffen sind.
Besenreiser treten am häufigsten an den Beinen auf, besonders an den Oberschenkeln, Knien und Waden. Seltener zeigen sie sich im Gesicht, dort vor allem an den Wangen, der Nase und dem Kinn.
Wer bekommt Besenreiser?
Die kurze Antwort: sehr viele Menschen. Studien zeigen, dass bis zu 50 Prozent der Frauen und rund 15 Prozent der Männer im Laufe ihres Lebens Besenreiser entwickeln. Aber es gibt Faktoren, die das Risiko deutlich erhöhen.
Genetische Veranlagung ist einer der stärksten Faktoren. Wer Eltern oder Großeltern mit Besenreisern oder Krampfadern hat, trägt ein deutlich höheres Risiko selbst welche zu entwickeln. Das ist keine Frage der Lebensweise, sondern der Venenwandstabilität, die vererbt wird.
Hormonelle Einflüsse spielen ebenfalls eine große Rolle. Schwangerschaft, die Einnahme der Pille und hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren belasten die Venen und fördern die Entstehung von Besenreisern. Besonders in der Schwangerschaft, wenn das Blutvolumen steigt und der Bauch Druck auf die Beckenvenen ausübt, entstehen häufig neue Äderchen.
Langes Stehen oder Sitzen im Berufsalltag begünstigt eine schlechte Venendurchblutung. Wer acht Stunden täglich im Stehen arbeitet oder an einem Schreibtisch sitzt, belastet das Venensystem dauerhaft.
Übergewicht erhöht den Druck auf die Beinvenen. Sonneneinstrahlung kann im Gesicht zu Teleangiektasien beitragen, indem sie das Bindegewebe schwächt. Auch starke Temperaturschwankungen, also häufige Saunagänge kombiniert mit kalten Duschen, können auf Dauer die Venenwände belasten.
Für weitere Informationen: Laserbehandlungen & Lasertherapie
Kann man Besenreiser verhindern?
Nicht vollständig, aber man kann das Risiko reduzieren und das Fortschreiten verlangsamen.
Bewegung ist das Wichtigste. Regelmäßiges Gehen, Schwimmen oder Radfahren aktiviert die Muskelvenenpumpe, die das Blut aus den Beinen zurück zum Herzen befördert. Wer viel sitzt, sollte zwischendurch aufstehen, kurze Gehpausen einlegen und die Beine gelegentlich hochlegen.
Kompressionsstrümpfe sind kein modisches Accessoire, aber für Menschen mit genetischer Veranlagung oder berufsbedingter Stehbelastung eine wirksame Maßnahme. Sie unterstützen die Venen von außen und bremsen die Entstehung neuer Besenreiser.
Sonnenschutz im Gesicht schützt die feinen Hautgefäße vor UV-bedingter Schädigung. Gerade bei hellhäutigen Menschen, die schnell röten, ist das eine einfache und wirksame Vorbeugemaßnahme.
Normales Körpergewicht und eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitamin C, das für die Kollagenbildung in den Gefäßwänden wichtig ist, unterstützen die Venenwände langfristig.
Warum man Besenreiser ernst nehmen sollte
Besenreiser selbst sind meist ungefährlich. Aber sie können ein Hinweis sein. Wer viele Besenreiser hat, insbesondere wenn sie in kurzer Zeit neu entstehen oder von Schwere- und Druckgefühl begleitet werden, sollte prüfen lassen, ob auch tiefere Venen betroffen sind.
Krampfadern, also erweiterte tiefe Venen, können langfristig zu Stauungsproblemen führen, die das Gewebe schädigen. Im schlimmsten Fall entstehen Beingeschwüre, die schwer zu behandeln sind. Das ist nicht der Normalfall, aber ein Grund dafür, Veränderungen an den Venen nicht dauerhaft zu ignorieren.
Eine fachärztliche Beurteilung klärt, ob es sich um rein kosmetische Besenreiser handelt oder ob eine tiefergehende Untersuchung sinnvoll ist.
Behandlungsmethoden
Wenn Besenreiser behandelt werden sollen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Welche passt, hängt von der Größe, Lage und Anzahl der Gefäße ab.
Sklerotherapie. Das ist die häufigste und bewährteste Methode zur Behandlung von Besenreisern. Ein spezielles Verödungsmittel wird mit einer sehr feinen Nadel direkt in das betroffene Gefäß injiziert. Das Mittel reizt die Gefäßinnenwand, die sich daraufhin zusammenzieht und verklebt. Das Blut weicht auf gesunde Nachbargefäße aus, und der Besenreiser wird vom Körper abgebaut. Das Ergebnis zeigt sich in der Regel über mehrere Wochen. Je nach Ausdehnung sind ein bis drei Sitzungen notwendig.
Laserbehandlung. Bei sehr feinen Besenreisern, die für eine Nadel zu klein sind, oder bei Besenreisern im Gesicht ist die Laserbehandlung die bevorzugte Methode. Lichtenergie wird gezielt auf das Gefäß gerichtet und erhitzt es, ohne die Haut zu öffnen. Das Gefäß verschließt sich und wird abgebaut. Die Behandlung ist angenehmer als eine Injektion, erfordert aber manchmal mehrere Sitzungen.
Beide Methoden sind ambulant, dauern je nach Umfang zwischen 20 und 45 Minuten und sind unter lokaler Betäubung oder kühlendem Gel gut verträglich.
Was die Behandlung kostet
Da es sich um eine kosmetische Indikation handelt, werden Besenreiser-Behandlungen in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Ausnahmen gelten, wenn eine medizinische Notwendigkeit nachgewiesen wird. Für eine genaue Kostenauskunft rufen Sie uns an oder buchen Sie direkt einen Beratungstermin online. Im persönlichen Gespräch klären wir, wie viele Sitzungen sinnvoll sind und was das für Sie bedeutet.
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Unsere Praxis in Bielefeld ist in der Teutoburger Straße 60, 33604 Bielefeld zu finden. Weitere Standorte befinden sich in Spenge und Verl. Termine können online über Doctolib oder telefonisch vereinbart werden.
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