Haarausfall bei Frauen: Ursachen die viele nicht kennen und was wirklich hilft

Wenn Haare in der Bürste bleiben, ist das zunächst normal. Der Mensch verliert täglich zwischen 50 und 100 Haare, ohne dass das ein Problem ist. Aber irgendwann kippt das Gefühl. Man bemerkt, dass der Zopf dünner wird. Dass man beim Waschen mehr Haare in den Händen hat als früher. Dass die Kopfhaut an bestimmten Stellen durchscheint.

Für viele Frauen ist das einer der belastendensten körperlichen Veränderungen, die es gibt. Nicht weil Haare das Wichtigste sind, aber weil sie so eng mit dem eigenen Bild von sich selbst verbunden sind. Und weil Haarausfall bei Frauen oft lange nicht ernst genommen wird, weder von Freunden noch manchmal von Ärzten.

Das ändert sich, wenn man versteht, was dahintersteckt.

Warum Haare ausfallen: die Ursachen im Überblick

Haarausfall bei Frauen hat viele Gesichter und noch mehr mögliche Ursachen. Das ist einer der Gründe, warum er oft falsch behandelt wird: Man greift zu einem Shampoo „gegen Haarausfall“, ohne zu wissen, was den Ausfall eigentlich verursacht.

Hormonelle Veränderungen sind die häufigste Ursache. Das betrifft Schwangere, die nach der Geburt einen oft massiven Haarausfall erleben, Frauen in den Wechseljahren, bei denen der sinkende Östrogenspiegel die Haare dünner werden lässt, und Frauen mit Schilddrüsenerkrankungen, bei denen sowohl Über- als auch Unterfunktion Haarausfall auslösen kann.

Nährstoffmangel ist häufiger als viele denken. Eisenmangel ist bei Frauen im gebärfähigen Alter besonders verbreitet und gehört zu den häufigsten medizinischen Ursachen für Haarausfall. Auch Mangel an Vitamin D, Zink, Biotin und Eiweiß kann die Haarqualität und das Haarwachstum beeinflussen.

Stress löst einen spezifischen Typ von Haarausfall aus, den sogenannten telogenen Effluvium. Nach einem starken körperlichen oder emotionalen Stressereignis, einer Operation, einer schweren Krankheit, einem Trauerfall, verschieben sich viele Haarfollikel gleichzeitig in die Ruhephase. Zwei bis vier Monate später fallen die Haare aus. Das ist zeitverzögert, was viele verwirrt, weil der Zusammenhang dann nicht mehr offensichtlich ist.

Genetisch bedingter Haarausfall bei Frauen ist anders als beim Mann. Frauen entwickeln selten eine kahle Stelle, sondern eher eine diffuse Ausdünnung, besonders im Scheitelbereich und an der Stirn. Das nennt sich androgenetische Alopezie und ist auch bei Frauen häufiger als allgemein bekannt.

Weitere mögliche Ursachen sind Autoimmunerkrankungen wie Alopecia areata, bei der das Immunsystem die eigenen Haarfollikel angreift und runde kahle Stellen hinterlässt, bestimmte Medikamente, enge Frisuren, die über Jahre die Follikel belasten, und entzündliche Kopfhauterkrankungen.

Warum Selbstdiagnose selten hilft

Das Problem mit Haarausfall ist, dass verschiedene Ursachen optisch ähnlich aussehen können. Diffuser Haarausfall durch Eisenmangel und diffuser Haarausfall durch hormonelle Veränderungen unterscheiden sich äußerlich kaum. Ohne Blutbild und fachärztliche Untersuchung behandelt man im Blindflug.

Dazu kommt: Viele frei verkäufliche Produkte versprechen viel und enthalten Inhaltsstoffe, die den Haarausfall weder stoppen noch umkehren können. Das ist vergeudete Zeit, und bei Haarausfall zählt Zeit. Je früher die Ursache gefunden und behandelt wird, desto besser sind die Aussichten auf Erholung der Haarfollikel.

Was wirklich hilft: Behandlungsoptionen

Ursachenbehandlung zuerst. Wenn Eisenmangel, Schilddrüse oder eine andere behebbare Ursache gefunden wird, ist das die wichtigste Maßnahme. Wer Eisenmangel ausgleicht, sieht in der Regel nach drei bis sechs Monaten eine deutliche Verbesserung des Haarwachstums.

Minoxidil ist das einzige topische Mittel, das für Haarausfall bei Frauen medizinisch zugelassen und klinisch belegt wirksam ist. Es wird auf die Kopfhaut aufgetragen und verlängert die Wachstumsphase der Haarfollikel. Es hilft nicht bei allen Formen von Haarausfall, aber bei androgenetischer Alopezie und telogener Effluvium zeigt es nachweisbare Ergebnisse.

PRP-Behandlung. Plättchenreiches Plasma, aus dem eigenen Blut gewonnen, enthält Wachstumsfaktoren, die Haarfollikel stimulieren und ihre Aktivität verlängern. Bei DermAR wird PRP in die Kopfhaut injiziert und regt den Follikel an, länger in der Wachstumsphase zu bleiben. Mehrere Sitzungen sind notwendig, aber die Ergebnisse sind für viele Patientinnen überzeugend: weniger Haarausfall, neue feine Haare im betroffenen Bereich, eine insgesamt dichtere Haarpracht.

Mikronährstofftherapie. Wenn Mängel festgestellt werden, kann eine gezielte Supplementierung sinnvoll sein. Dabei geht es nicht um ein Allround-Haarvitaminpräparat aus der Apotheke, sondern um eine auf das individuelle Blutbild abgestimmte Ergänzung.

Ernährungs- und Stressberatung. Wer chronisch gestresst ist und sich wenig Proteine und Mikronährstoffe über die Ernährung zuführt, bekommt das auch über die Haare zu spüren. Manchmal ist eine Anpassung des Lebensstils ein wichtiger Teil der Behandlung.

Wann man zum Dermatologen gehen sollte

So früh wie möglich. Das ist keine Übertreibung. Haarfollikel, die dauerhaft inaktiv sind, können sich nicht mehr erholen. Je früher die Ursache behandelt wird, desto mehr Follikel lassen sich retten.

Konkrete Anzeichen, die einen zeitnahen Arztbesuch empfehlen: sichtbar dünnere Stellen auf dem Scheitel, mehr als 100 Haare täglich in der Bürste, plötzlicher starker Haarausfall, runde kahle Stellen, Jucken oder Brennen der Kopfhaut.

Bei DermAR beginnt jede Behandlung von Haarausfall mit einer gründlichen Untersuchung. Wir schauen uns die Kopfhaut mit dem Dermatoskop an, ordnen die Art des Haarausfalls ein und veranlassen bei Bedarf ein Blutbild. Auf dieser Basis entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen einen Behandlungsplan.

Sie sind nicht allein damit

Haarausfall bei Frauen ist weit verbreitet, aber immer noch ein Thema, über das viele schweigen. Wir nehmen es ernst, weil wir wissen, wie sehr es belasten kann. Und weil wir wissen, dass es in vielen Fällen behandelbar ist.

Unsere Praxen befinden sich in Bielefeld (Teutoburger Straße 60), Spenge (Lange Str. 34) und Verl (Westring 3). Termine können online über Doctolib oder telefonisch vereinbart werden.

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