Sonnenschutz im Alltag: Was LSF wirklich bedeutet und warum die meisten ihn falsch anwenden
Sonnenschutz ist das Thema, bei dem fast jeder nickt und sagt: ja, mache ich. Und dann schaut man genauer hin und stellt fest: Die meisten tragen viel zu wenig auf, wählen den falschen Faktor, vergessen das Nachauftragen und denken, an bewölkten Tagen bräuchten sie gar nichts.
Das ist kein Vorwurf. Es ist ein Informationsproblem. Denn Sonnenschutz ist nicht kompliziert, aber er funktioniert nur, wenn man ein paar grundlegende Dinge wirklich versteht.
Was LSF überhaupt bedeutet
LSF steht für Lichtschutzfaktor. Die Zahl dahinter sagt aus, wie viel länger man sich mit dem Produkt in der Sonne aufhalten kann, bevor die Haut anfängt zu röten, verglichen mit ungeschützter Haut.
LSF 30 bedeutet also: Man kann theoretisch 30 Mal länger in der Sonne bleiben als ohne Schutz. Klingt viel. Ist aber etwas irreführend, weil das auf einer Labormenge basiert, die fast niemand wirklich aufträgt.
In Studien wurde immer wieder gezeigt: Menschen tragen im Alltag nur ein Viertel bis ein Drittel der Menge auf, die für den angegebenen Schutz notwendig wäre. Wer also LSF 30 aufträgt, aber nur halb so viel wie nötig, landet effektiv bei einem Schutz von etwa LSF 5.
Das klingt ernüchternd. Ist es auch. Aber es ist lösbar.
Wie viel ist genug?
Die Faustregel für das Gesicht: eine Teelöffel. Für den gesamten Körper: etwa 30 bis 40 Milliliter, also ungefähr eine Schnapsglasmenge. Das ist deutlich mehr als das, was die meisten Menschen verwenden.
Für die tägliche Gesichtspflege empfehlen wir einen Sonnenschutz der gut in die Pflegeroutine integrierbar ist, leicht einzieht und nicht fettig oder weiß auf der Haut bleibt. Produkte mit LSF 50 sind hier die bessere Wahl als LSF 30, einfach weil die meisten zu wenig auftragen und der höhere Faktor dann als Sicherheitspuffer dient.
Warum auch bewölkte Tage zählen
Wolken filtern sichtbares Licht, aber nicht UV-Strahlung. Bis zu 80 Prozent der UV-Strahlen durchdringen bewölkten Himmel. Das bedeutet: An einem grauen Herbsttag in Bielefeld erreicht fast genauso viel UV-A-Strahlung die Haut wie an einem sonnigen Tag.
UV-A-Strahlung ist besonders tückisch, weil sie tiefer in die Haut eindringt als UV-B und langfristig für Hautalterung, Pigmentflecken und DNA-Schäden verantwortlich ist, ohne dass man es direkt spürt. Ein Sonnenbrand entsteht durch UV-B. Aber die stille Schädigung passiert durch UV-A, jeden Tag, das ganze Jahr über.
Guter Sonnenschutz sollte deshalb immer ein Breitbandschutz sein, also gegen beide Strahlungstypen schützen. Das steht entweder als „Breitband“, „UVA+UVB“ oder durch das UVA-Kreissymbol auf der Verpackung.
Wann nachauftragen?
Die meisten Menschen tragen Sonnenschutz einmal morgens auf und denken, sie sind für den Tag geschützt. Das funktioniert nur, wenn man den ganzen Tag drinnen sitzt.
Draußen gilt: alle zwei Stunden nachauftragen, nach dem Schwitzen, nach dem Schwimmen und nach dem Abtrocknen sowieso. Sonnenschutzmittel werden durch Sonneneinstrahlung, Schweiß und Reibung abgebaut. Ein einmaliges Auftragen morgens um 8 Uhr schützt nicht bis 18 Uhr.
Für den Alltag ohne starke Sonnenexposition reicht morgendliches Auftragen oft aus. Wer aber draußen arbeitet, Sport macht oder längere Zeit im Freien verbringt, muss nachauftragen.
Was Sonnenschutz mit Hautkrebs zu tun hat
Das ist der Kern. UV-Strahlung ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für Hautkrebs. Nicht der einzige, aber der bedeutendste. Wer über Jahrzehnte konsequent Sonnenschutz verwendet, reduziert sein Risiko für Plattenepithelkarzinom um bis zu 40 Prozent, das zeigen Langzeitstudien.
Beim Melanom ist der Zusammenhang komplexer, weil genetische Faktoren eine große Rolle spielen. Aber auch hier gilt: Wer frühzeitig auf Schutz setzt, besonders in der Kindheit und Jugend, senkt das Risiko deutlich.
Sonnenschutz ist deshalb keine Kosmetikfrage, sondern Prävention. Wir bei DermAR sehen täglich Patientinnen und Patienten, bei denen Veränderungen aufgefallen sind, die sich über Jahre langsam entwickelt haben. Viele davon wären mit konsequentem Sonnenschutz und regelmäßiger Vorsorge früher erkannt oder verhindert worden.
Welcher Sonnenschutz für welchen Hauttyp?
Fettige und zu Unreinheiten neigende Haut braucht leichte, ölfreie Formeln, oft als Fluid oder Gel. Schwere Cremes können Poren verstopfen und Unreinheiten fördern. Es gibt heute sehr gute Sonnenschutzmittel speziell für aknegefährdete Haut, die mattierend wirken und nicht komedogen sind.
Trockene Haut profitiert von Sonnenschutzmitteln mit zusätzlichen Pflegeinhaltsstoffen wie Hyaluronsäure oder Glycerin. Hier können Cremes mit etwas höherem Feuchtigkeitsanteil doppelt sinnvoll sein.
Empfindliche Haut reagiert oft auf Duftstoffe, Konservierungsmittel oder bestimmte chemische UV-Filter. Mineralische Sonnenschutzmittel mit Zinkoxid oder Titandioxid sind für diese Haut meist besser verträglich, weil sie auf der Haut liegen statt einzudringen.
Für Kinder gilt grundsätzlich: LSF 50, mineralischer Schutz, keine Duftstoffe. Die Kinderhaut ist dünner und empfindlicher, und Sonnenschutz in der Kindheit hat einen besonders starken Langzeiteffekt auf das spätere Hautkrebsrisiko.
Was bei DermAR dazu gehört
Sonnenschutz ist Prävention. Aber Prävention allein reicht nicht, wenn man nicht auch regelmäßig kontrolliert lässt, was die Sonne über die Jahre hinterlassen hat. Die Hautkrebsvorsorge bei DermAR ist der logische Begleiter zum täglichen Sonnenschutz.
Wir beraten Sie auch gerne dazu, welcher Sonnenschutz wirklich zu Ihrer Haut und Ihrem Alltag passt. Nicht jedes Produkt funktioniert für jeden, und die Beratung durch einen Dermatologen ist etwas anderes als ein Etikett lesen.
Unsere Praxen befinden sich in Bielefeld (Teutoburger Straße 60), Spenge (Lange Str. 34) und Verl (Westring 3). Termine können online über Doctolib oder telefonisch vereinbart werden.
Schützen Sie Ihre Haut. Jeden Tag. Es lohnt sich.



