Hautkrebsvorsorge: Warum das regelmäßige Hautscreening so wichtig ist

Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten weltweit, und die Zahl der Neuerkrankungen steigt seit Jahren an. Die gute Nachricht: Kaum eine andere Krebsart lässt sich so gut behandeln, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Genau hier setzt die Hautkrebsvorsorge an. In diesem Beitrag erklären wir, wie ein Hautscreening abläuft, wer besonders gefährdet ist und wie oft Sie zur Kontrolle gehen sollten.

Warum ist die Hautkrebsvorsorge so wichtig?

Weißer und schwarzer Hautkrebs entwickeln sich oft schleichend und verursachen im frühen Stadium keine Beschwerden. Viele Betroffene bemerken verdächtige Hautveränderungen erst spät oder halten sie für harmlose Muttermale. Wird ein Melanom jedoch früh erkannt, liegen die Heilungschancen bei über 90 Prozent. Die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Hautarzt ist deshalb die wirksamste Maßnahme, um Hautkrebs rechtzeitig zu entdecken.

Wie läuft das Hautscreening ab?

Beim Hautscreening untersuchen wir Ihre gesamte Haut von Kopf bis Fuß, einschließlich Kopfhaut, Ohren, Zehenzwischenräumen und Fußsohlen. In unseren Praxen nutzen wir dafür die Auflichtmikroskopie mit dem digitalen Dermatoskop. Damit können wir Muttermale stark vergrößert betrachten und ihre Struktur genau beurteilen. Verdächtige Hautveränderungen werden bei Bedarf entnommen und feingeweblich untersucht. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei und dauert in der Regel etwa 15 bis 20 Minuten.

Wer sollte besonders auf seine Haut achten?

Ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs haben Menschen mit:

  • heller Haut, hellen Haaren und Sommersprossen
  • vielen Muttermalen, also mehr als 40 bis 50 am Körper
  • häufigen Sonnenbränden in der Kindheit
  • hoher Sonnenbelastung im Beruf oder in der Freizeit
  • Hautkrebsfällen in der Familie
  • regelmäßiger Solariennutzung

Aber auch ohne diese Risikofaktoren gilt: Jeder Mensch kann Hautkrebs entwickeln. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen das Hautscreening ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre, viele Kassen bereits früher. Für Risikopatienten empfehlen wir eine jährliche Kontrolle.

Die ABCDE Regel für die Selbstkontrolle

Zwischen den Vorsorgeterminen lohnt sich der regelmäßige Blick auf die eigene Haut. Mit der ABCDE Regel können Sie auffällige Muttermale selbst erkennen: A steht für Asymmetrie, B für Begrenzung, also unregelmäßige Ränder, C für Colour, also mehrere Farben in einem Mal, D für Durchmesser über 5 Millimeter und E für Entwicklung, also jede Veränderung in Größe, Form oder Farbe. Fällt Ihnen eine solche Veränderung auf, sollten Sie zeitnah einen Termin beim Hautarzt vereinbaren.

Vorbeugen mit dem richtigen Sonnenschutz

Der wichtigste Risikofaktor für Hautkrebs ist die UV Strahlung. Schützen Sie Ihre Haut deshalb ganzjährig mit Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, meiden Sie die Mittagssonne und tragen Sie im Sommer Kopfbedeckung und Sonnenbrille. Besonders Kinderhaut braucht konsequenten Schutz, denn Sonnenbrände in jungen Jahren erhöhen das Hautkrebsrisiko nachweislich.

Mehr zu unserem Vorsorgeangebot finden Sie auf unserer Seite Dermatologie.

Weißer und schwarzer Hautkrebs im Überblick

Beim Hautkrebs unterscheiden Mediziner grundsätzlich zwei Gruppen. Der weiße Hautkrebs, zu dem das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom gehören, ist die häufigste Form. Er wächst meist langsam, streut selten und tritt bevorzugt an den sogenannten Sonnenterrassen des Körpers auf, also an Nase, Ohren, Stirn, Glatze und Unterlippe. Typisch sind glänzende Knötchen, nicht heilende Wunden oder raue, schuppende Stellen. Der schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom, ist deutlich seltener, aber gefährlicher, da er früh Metastasen bilden kann. Er entwickelt sich entweder aus einem bestehenden Muttermal oder entsteht neu auf zuvor unauffälliger Haut. Genau deshalb ist die regelmäßige Kontrolle aller Muttermale so wichtig: Was sich verändert, gehört in ärztliche Begutachtung.

Eine Sonderform ist die aktinische Keratose, eine Frühform des weißen Hautkrebses. Sie zeigt sich als raue, rötliche Stelle, die sich wie feines Schmirgelpapier anfühlt. Wird sie früh erkannt, lässt sie sich sehr gut behandeln, bevor daraus ein invasiver Tumor entsteht.

Häufige Fragen zur Hautkrebsvorsorge

Übernimmt die Krankenkasse das Hautscreening?

Ja, gesetzlich Versicherte haben ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebsscreening. Viele Krankenkassen bieten die Untersuchung auch schon für jüngere Versicherte an. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Kasse nach oder sprechen Sie uns an, wir helfen gerne weiter.

Wie kann ich mich auf den Termin vorbereiten?

Kommen Sie möglichst ohne Make up, Nagellack und aufwendige Frisur, damit wir wirklich die gesamte Haut beurteilen können. Notieren Sie sich vorab, ob Ihnen Veränderungen an bestimmten Muttermalen aufgefallen sind, dann können wir diese gezielt untersuchen.

Tut die Untersuchung weh?

Nein. Das Hautscreening ist eine reine Blickdiagnostik mit dem Dermatoskop und völlig schmerzfrei. Nur wenn eine verdächtige Stelle entnommen werden muss, erfolgt dies in örtlicher Betäubung.

Was passiert, wenn etwas Auffälliges gefunden wird?

Dann besprechen wir mit Ihnen das weitere Vorgehen. Meist wird die auffällige Stelle ambulant entfernt und feingeweblich untersucht. Das Ergebnis liegt in der Regel nach wenigen Tagen vor, und wir planen gemeinsam die eventuell nötigen nächsten Schritte.

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